Wirtschaft und Integration mit Mediaton verbinden

Fishbowl-GesprächsrundeWie kann Mediation ein nachhaltiges betriebliches Konfliktmanagement unterstützen und gleichzeitig die Integration von Geflüchteten in der Arbeitswelt fördern? Und welche Rolle spielt das Thema Gesundheit in diesem Zusammenhang? Diesen Fragen widmete sich der Fachtag „Wirtschaft – Mediation – Integration“ am vergangenen Donnerstagnachmittag (9. März 2017) in Ludwigsburg. Der Einladung des Vereins zur Förderung der Berufsbildung (VFB) und des Ludwigsburger Instituts für Konfliktmanagement, Mediation und Seminare (LIKOM) waren rund 50 Verantwortliche und Teilnehmende aus Politik, Wirtschaft und Integration gefolgt, um vor Ort die wichtigsten Fragen rund um dieses hochaktuelle Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu diskutieren.
 
Nach der Eröffnung und Begrüßung durch VFB-Vorstand Antun Peters und LIKOM-Geschäftsführer Siegfried Rapp wandte sich Ministerialdirektor Hubert Wicker, Amtschef des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg, an das Publikum und hob unter anderem die Bedeutung von nachhaltigem betrieblichem Konfliktmanagement mit Mediation und Arbeitsschutz hervor. Anschließend moderierte Siegfried Rapp eine Gesprächsrunde, an der sich neben Hubert Wicker und Antun Peters auch Silvia Maier-Lidle von der Ökumenischen Fachstelle Asyl Ludwigsburg, Thomas Mahler von der R+V Rechtsschutz-Schadenregulierungs-GmbH sowie die Mediatorin und Ausbildungsleiterin Christine Oschmann beteiligten.
 
Fishbowl ermöglicht Begegnungen: Syrischer Geflüchteter erhält Aussicht auf Praktikumsplatz

 

Die spannende Gesprächsrunde mit kontroversen Diskussionen fand in Form eines sogenannten „Fishbowl“-Formates statt, sodass das Publikum aktiv in die Gesprächsrunde einbezogen wurde. Auf eigens dafür vorgesehenen, freien Stühlen nahmen Teilnehmende aus dem Publikum Platz, um ihre Sicht der Dinge zu schildern. So berichtete beispielsweise ein 31-jähriger syrischer Flüchtling von den Herausforderungen der Praktikumsplatz-Suche. Demnach gebe es bislang keine zentrale Stelle, an die sich Geflüchtete für die Bewerbung um einen Praktikumsplatz wenden könnten. Auch er sei derzeit aktiv auf der Suche, habe BWL-Kenntnisse und nach kürzester Zeit auch schon grundlegende Deutsch-Kenntnisse zu bieten. Plötzlich erhob sich aus dem Publikum der Personalentwickler eines großen Unternehmens und überreichte dem freudig-überraschten Syrer seine Visitenkarte mit der Aufforderung zur Kontaktaufnahme. Der Saal applaudierte.

Thementische_Rechtliche Fragestellungen rund um GeflüchteteIm Anschluss an das „Fishbowl“-Podium fanden noch interaktive Gespräche an vielseitigen Thementischen statt. Insbesondere am Thementisch mit rechtlichen Fragestellungen rund um Geflüchtete kam es zu einem regen Austausch. Neben allgemeinen Fragen, z.B. zur Definition der Duldung stand das Thema „Frauen auf der Flucht“ im Fokus. Die Gesprächsergebnisse wurden auf großen Plakaten visualisiert.

 

Das Fazit aus dem Publikum zum Abschluss des Fachtags war durchweg positiv. „Eine Top-Veranstaltung, die meinen Horizont erweitert hat“, meldete ein Teilnehmer zurück. Neben dem Informationsaustausch sei auch ein Appell an die Politik und zuständigen Akteure möglich gewesen. Auch im Hinblick auf die Chancen, die sich durch solche Netzwerk-Veranstaltungen ergeben, wurde hingewiesen: „Begegnung ist alles!“, so eine Teilnehmerin zum Abschluss.
Thementische_DokumentationFazit_Dokumentation